Grundsatzerklärung

Grundsatzerklärung jüdischer und muslimischer Vertreter*innen zum friedlichen Zusammenleben

(English version)

Die folgende Grundsatzerklärung ist das Ergebnis eines Austauschprozesses zwischen in unserem Projekt meet2respect mitwirkenden jüdischen und muslimischen Religionsvertretern, die diese Erklärung zwischen Dezember 2015 und Mai 2016 erarbeitet haben.

Die Grundsatzerklärung gilt seither als Basis und gemeinsamer Nenner für die von uns organisierten meet2respect-Begegnungen.

Gewalt – nicht in unserem Namen

Wir setzen uns dafür ein, dass in Deutschland niemand wegen seiner religiösen Identität diskriminiert wird, und treten jeder Radikalisierung, jeder Ungleichwertigkeitsideologie und jeder Ausgrenzung entgegen. Wir halten Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele in keiner Weise für gerechtfertigt oder akzeptabel und distanzieren uns von Personen und Organisationen, die Gewalt relativieren, rechtfertigen oder sogar selbst ausüben. Wir vertreten die Überzeugung, dass noch ungelöste Konflikte in anderen Teilen der Welt, namentlich der Nahostkonflikt, keinen Einfluss auf das friedliche Zusammenleben von Juden und Muslimen in Deutschland haben soll und darf.

Ungeachtet unterschiedlicher Standpunkte zum Nahost-Konflikt stimmen wir darin überein:

Wir erkennen sowohl das Existenzrecht Israels als Staat in international anerkannten sicheren Grenzen an als auch das Recht des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung als Nation in Frieden und Freiheit.* Wir akzeptieren, dass es über den Verlauf der Grenzen unterschiedliche Meinungen gibt. Wir distanzieren uns von sämtlichen sowohl islamischen als auch jüdischen Organisationen, die zu Gewalt aufrufen und/oder sich nicht von dem Gebrauch von Gewalt distanzieren.

* Um auf Grundlage der Reihenfolge keinen Eindruck einer Prioritätensetzung zu erzeugen, ist die Reihenfolge alternierend. Die Botschaft bleibt die gleiche.

Folgende jüdische  Vertreter*innen stimmen dem zu:

  • Aaron Hammel, Direktor des Instituts Jüdischer Dialog der Religionen (IJDR)
  • Prof. Dr. Andreas Nachama, Rabbiner an der Synagoge Hüttenweg/Sukkat Schalom in Charlottenburg, Direktor der Stiftung Topografie des Terrors und Jüdischer Präsident des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
  • Daniel Alter, Rabbiner
  • Elias Dray, Gemeinderabbiner Israelitische Kultusgemeinde Amberg
  • Gesa S. Ederberg, Gemeinderabbinerin der Synagoge an der Oranienburger Straße, Gründungsmitglied der Allgemeinen Rabbinerkonferenz des Zentralrats der Juden in Deutschland und Koordinatorin für den Religionsunterricht außerhalb der Jüdischen Schulen
  • Jakob Haimann, Rabbiner
  • Jonah Sievers, Gemeinderabbiner der Synagoge Pestalozzistraße Berlin
  • Dr. Walter Rothschild, Landesrabbiner von Schleswig-Holstein, Rabbiner für Gescher LaMassoret in Köln und Gescher in Freiburg
  • Vernen Liebermann, Veranstalter des Chanukka-Balls Berlin

Folgende muslimische Vertreter*innen stimmen dem zu:

  • Ender Cetin, islamischer Theologe und zum damaligen Zeitpunkt Vorstandsvorsitzender der Sehitlik Moschee
  • Ferid Heider, Imam
  • Imran Sagir, Geschäftsführer des muslimischen Seelsorge-Telefons
  • Taha Sabri, Imam und Vorstandsvorsitzender der Dar-as-Salam-Moschee*
  • Abdel Aziz Khoudari, Imam*
  • Khedr Ibrahim, Imam*
  • Khaled Sedeeq, Imam*
  • Murat Gül, Imam*
  • Islamische Föderation Berlin e.V.*
  • Deutschsprachiger Muslimkreis e.V.*
  • Initiative Berliner Muslime e.V.*
  • Rat Berliner Muslime e.V.*
  • Insann e.V.*
  • Arresalah Moschee, Gesellschaft zu Förderung des Koran und Arabisch Unterricht e.V.*
  • Islamisches Erziehungs- und Kulturzentrum e.V.*
  • Islamisches Jugendzentrum e.V.*
  • Teiba Kulturzentrum e.V.*
  • Islamisches Erziehungs- und Kulturzentrum e.V.*
  • Neuköllner Begegnungsstätte e.V.*

* Die markierten Personen und Organisationen sind nicht Mitwirkende des Projektes meet2respect, sondern verurteilten antisemitische Übergriffe im Zusammenhang mit einem Vorfall an der Friedenauer Schule im Frühjahr 2017 in Berlin und bekannten sich in einem gemeinsam veröffentlichten Brief zu oben aufgeführter Grundsatzerklärung.

Vertreter*innen jüdischer und muslimischer Organisationen und insbesondere Imame und Rabbiner selbst können gerne ebenfalls öffentlich die Anerkennung der Grundsatzerklärung  zum Ausdruck bringen und sich auf diese Liste setzen lassen. Bitte setzen Sie sich hierzu gegebenenfalls mit Bernhard Heider bernhard.heider (at) leadership-berlin.de in Verbindung.